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25.3.2011 20 Uhr Lichtburgforum


Ursula Krechel (Berlin)

Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, war zunächst Theaterdramaturgin und lehrte an verschiedenen Hochschulen, zuletzt der Universität der Künste Berlin. Seit Anfang der siebziger Jahre ist sie als freie Schriftstellerin tätig und zählt zu den Seit 1977 veröffentlichte sie dreizehn Gedichtbände sowie mehrere Bände Prosa, dazu zahlreiche Essays und etliche Theaterstücke. Zuletzt erschienen von ihr die beiden Poeme Stimmen aus dem harten Kern (2005) und Mittelwärts (2006), der Roman Shanghai fern von wo (2008) und 2010 der Lyrikband Jäh erhellte Dunkelheit; Für Shanghai fern von wo, den großen Roman über deutsche Emigranten, die sich vor dem Nationalsozialismus nach Shanghai gerettet haben, wurde Ursula Krechel geradezu mit Preisen überhäuft. Sie erhielt dafür den Rheingau-Preis, den Jeanette Schocken Preis, den d.lit. Preis der Stadt Düsseldorf, den Joseph-Breitbach-Preis und den Deutschen Kritikerpreis. Für ihr Gesamtwerk bekam sie 2009 zusätzlich den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Im SALON EXIL wird sie aus Shanghai fern von wo lesen und darüber sprechen, was sie zu diesem Buch geführt hat.

Zwanzig Jahre recherchierte sie und sammelte Material zu einem wirklich sensationellen Roman darüber, wie die Stadt Shanghai ab 1938 für achtzehntausend deutsche Juden zur letzten Zuflucht vor dem Nationalsozialismus wurde. Ursula Krechel hat nicht allein den Stoff zusammengetragen und ihn in eine literarische Form gegossen, was für sich schon eine hohe Kunst ist, sondern sie hat das Wort Exil, das für uns heutige nicht mehr das gleiche meint wie für die Emigranten jener Zeit, erfüllt und angereichert mit den Stimmen, den Gesichtern der Verfolgten, der Geretteten von damals und gibt uns so die Möglichkeit, dere Erleben mit den eigenen Sinnen nachzuspüren und so vielleicht auch jene Menschen besser zu verstehen, die heute bei uns Zuflucht suchen.

So war Ursula Krechel ein willkommener Gast im SALON EXIL, und das nicht nur und doch auch nicht zuletzt deswegen, weil sie davon erzählen kann, worin die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen den Emigranten von einst und den sogenannten Migranten von heute bestehen, wo die Erfahrungen der einen sich mit denen der anderen kreuzen und wo sie voneinander abweichen.

Moderation: Christa Schuenke 


Eine Veranstaltung des Lichtburgforums in Zusammenarbeit mit dem P.E.N.-Zentrum Deutschland und der Buchhandlung Thalia

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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
im Lichtburgforum statt.

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