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10. 11. 2010 20 Uhr Lichtburgforum


Walter Kaufmann (Berlin)

Walter Kaufmann – Leben auf drei Kontinenten

Geboren 1924 im Berliner Scheunenviertel als Sohn eines ledigen jüdischen Ladenmädchens, mit zwei Jahren an Kindes statt angenommen von einem jüdischen Rechtsanwalt und seiner Frau, verliert er, gerade vierzehn, seine Adoptiveltern, die nicht lange nach dem Pogrom vom 9. November 1938, der sogenannten Reichskristallnacht, ins KZ Theresienstadt verschleppt und später in Auschwitz ermordet werden.

1939 Jahr gelingt Kaufmann die Flucht nach England, wo ihn ein Onkel, der ansonsten nichts mit ihm zu tun haben will, auf ein Internat für höhere Söhne und Töchter schickt und wo er eine kurze, aber glückliche Zeit verbringt, bevor er als enemy alien, als feindlicher Ausländer, interniert und 1942 per Schiff nach Australien verbracht wird.

Dort verdingt er sich als Pflücker auf einer Pfirsichplantage, wird Soldat der australischen Armee, schlägt sich nach Kriegsende als Hochzeitsfotograf, Werftarbeiter, Schlachthofgehilfe und Seemann durch. 1949 beginnt er seinen ersten Roman zu schreiben, Voices in the Storm, der 1953 in Melbourne erscheint. 1955 fährt er als Delegierter zu den Weltjugendfestspielen nach Warschau und besucht anschließend die DDR und die Sowjetunion.

1957 übersiedelt er in die DDR, behält jedoch seinen australischen Pass. In der DDR arbeitet er als Autor, geht erneut zur See und bereist mit der DDR-Handelsmarine Südamerika. Seit Ende der 1950er Jahre lebt er als freier Schriftsteller. 34 Bücher in deutscher Sprache und vier in englischer umfasst sein Werkverzeichnis, Romane, Reportagen, Geschichten im Stil der amerikanischen Short Story. Ein unendlicher Fundus, aus dem er schöpft, sind seine Reisen, aber immer wieder wendet er sich, besonders in den letzten Jahren, auch Themen zu, die mit dem eigenen Schicksal als jüdischer Emigrant verbunden sind.

Walter Kaufmann erhielt viele Preise und Anerkennungen. Im Lichtburgforum liest er aus seinem neustes Buch Im Fluss der Zeit – Auf drei Kontinenten und redet über seine Sprache, darüber, was für ihn Exil bedeutet, und über vieles mehr.

Moderation: Christa Schuenke

Eine Veranstaltung des Lichtburgforums in Zusammenarbeit mit dem P.E.N.-Zentrum Deutschland und der Buchhandlung Thalia

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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
im Lichtburgforum statt.

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