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Maynat Kurbanova (Tschetschenien)

MAYNAT KURBANOVA wurde 1974 in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny geboren. Als Russland und Tschetschenien 1996 nach fast zwei Jahre währendem blutigem Unabhängigkeitskrieg einen instabilen Frieden miteinander schlossen, war sie noch keine 22 Jahre alt, hatte aber bereits ihr Journalistik-Studium an der tschetschenischen Staatlichen Universität absolviert und erste Berufserfahrungen bei verschiedenen russischen Medien gesammelt. Mit 24 war sie Chefredakteurin des tschetschenischen Fernsehens, freie Mitarbeiterin diverser tschetschenischer und russischer Zeitungen und schrieb Beiträge für Funk und Fernsehen. Als 1999 der zweite Tschetschenienkrieg ausbrach, verließ sie ihren Schreibtisch und wurde Kriegsberichterstatterin, u. a. für die „Novaja Gazeta“, zu deren Redaktion auch die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkovskaja gehörte.

Maynat Kourbanova schrieb über die Gewalttaten des russischen Militärs an der Zivilbevölkerung, sie arbeitete mit einer französischen Nachrichtenagentur zusammen, wodurch ihre Artikel auch in der FAZ und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurden. 2003 war sie für den Andrej-Sacharov-Preis nominiert. Nach Morddrohungen gegen sie und ihre kleine Tochter sah sie sich bald darauf gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Von November 2004 bis August 2007 war sie Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Anschließend erhielt sie das Elsbeth-Wolffheim-Stipendium der Stadt Darmstadt, wo sie bis zum Sommer 2010 lebte. 2009 erhielt sie für ihr Radio-Feature Über der Steppe brennt die Sonne den RadioJournal Rundfunkpreis. Seit dem Sommer 2010 wohnt Maynat Kurbanova, denn leben, sagt sie, sei das falsche Verb für ihren derzeitigen Zustand, als Stipendiatin der österreichischen IG Autorinnen und Autoren in Wien.
Nach sieben Jahren im Exil, wagt sie sich bisweilen schon daran, kürzere Texte in deutscher Sprache zu schreiben verfassen, ihre bewegende, bislang noch unveröffentlichte Erzählung Weil es im Paradies nach Moschus riecht, hat sie jedoch in russischer Sprache geschrieben. Übersetzt wurde diese Arbeit von Renate Reschke, finanziert mit Mitteln des Writers-in-Exile-Etats des P.E.N., der sich auch bemüht, ihr bei der Suche nach einem deutschen Verlag behilflich zu sein.


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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
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