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Mansoureh Shojaee (Iran)

MANSOUREH SHOJAEE wurde 1958 in Teheran geboren und gehört seit über 30 Jahren zu den führenden Köpfen der iranischen Frauenrechtsbewegung. 22 Jahre lang war sie als Bibliothekarin in der Nationalbibliothek Teheran tätig. Daneben wirkte sie gemeinsam mit anderen nationalen und internationalen Organisationen, u.a. mit UNICEF, an der Entwicklung von Wanderbibliotheken für iranische Frauen und Kinder mit. Als enge Vertraute von Shirin Ebadi, der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2003, setzte Mansoureh Shojaee sich für die Realisierung von Ebadis Idee zur Gründung eines iranischen Frauenmuseums ein. Das Projekt sollte in der Bibliothek „Banu“ in Evaz im Südwesten des Iran gestartet werden, wurde jedoch bereits in der Anfangsphase verboten.

Shojaee arbeitet seit langem auch als Journalistin, freie Autorin und Übersetzerin aus dem Französischen. In ihren Texten – in der Hauptsache Artikel für diverse vornehmlich feministische Zeitschriften und die von ihr mitbegründete Website Feminist School – analysiert sie die rechtliche und soziale Situation von Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft. In den neunziger Jahren gründete sie gemeinsam mit der Journalistin, Frauenrechtlerin und politischen Aktivistin Noushin Ahmadi Khorasani und anderen Gleichgesinnten das Frauenkulturzentrum Markaze farhangi-ye zanan. Darüber hinaus ist sie Mitbegründerin der Frauenbibliothek Sadiqe Dolatabadi und Mitinitiatorin der Kampagne Eine Million Unterschriften für die Gleichberechtigung.

Am 27.Dezember 2009 wurde sie zum dritten Mal binnen vier Jahren festgenommen, kam ohne einen Haftbefehl ins Gefängnis, wurde aber nach einem Monat gegen Zahlung einer hohen Kaution wieder freigelassen und konnte, nachdem ein bereits früher verhängtes vierjähriges Ausreiseverbot abgelaufen war, den Iran verlassen. In Deutschland fand sie zunächst als Gast der Heinrich-Böll-Stiftung Aufnahme. Seit Januar 2011 lebt und arbeitet Mansoureh Shojaee als Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des P.E.N.-Zentrums Deutschland in Nürnberg. Das Exil sieht sie als eine Zeit des Übergangs und hofft, bald wieder zu ihrer Familie zurückkehren zu können, die sie in Teheran zurücklassen musste. Zugleich aber möchte sie den Zwangsaufenthalt in der Fremde nutzen, um mit Frauenmuseen in Deutschland und anderswo Kontakt aufzunehmen, über die Lage der iranischen Frauen zu berichten und Wissen und Erfahrungen zu sammeln, die ihr in der Heimat nützen können, denn an ihrem Vorhaben, eines Tages im Iran ein Frauenmuseum zu gründen, hält sie trotz aller Widerstände fest.

Mit ihrer Arbeit ist Mansoureh Shojaee über die Grenzen ihres Landes hinaus bekannt geworden. Sie ist eine begehrte Referentin bei Fachtagungen in Paris, London, Wien und anderswo und viel gefragte Interviewpartnerin deutscher Medien. Einige ihrer Texte wurden schon im September 2009 im Rahmen einer Ausstellung des Bonner Frauenrechtsmuseums präsentiert.

Auch im Exil arbeitet sie als freie Schriftstellerin, hält Vorträge, engagiert sich leidenschaftlich für die Rechte von Frauen und unterstützt aktiv verschiedene iranische Menschenrechtsorganisationen.

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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
im Lichtburgforum statt.

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