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Hamid Skif (Algerien)

Hamid Skif, geboren am 21. März 1951 im algerischen Oran als Mohamed Benmebkhout, kam 1973 wegen eines polizeikritischen Artikels, er in der Zeitung La République veröffentlichte, zum ersten Mal ins Gefängnis. Es sei schon damals sein Anliegen gewesen, schreibt er, „das Gesetz zu verteidigen und die Irrwege eines politisch linken Systems deutlich zu machen, das mit der extremen Rechten angebandelt hatte“. Von da an arbeitete Hamid Skif als Journalist, zunächst für die algerische staatliche Presseagentur l'APS (Algérie Presse Service), später bei dem von ihm selbst gegründeten Wochenmagazin Perspectives, sowie als Dichter und Schriftsteller und setzte sich stets konsequent für Menschenrechte und Meinungsfreiheit ein. So schrieb er beispielsweise über die Folter in algerischen Haftanstalten oder forderte Pressefreiheit für die Liga der Journalisten des Maghreb. Die Antwort waren Mordanschläge, war massive Lebensgefahr für ihn und seine Familie. Als während des Bürgerkriegs von 1993/94 zahlreiche algerische Intellektuelle, aber auch ein Cousin, der den gleichen Namen wie er trug, und zwei seine Mitarbeiter von Islamisten umgebracht wurden, sah Skif keine andere Möglichkeit, als sich und seine Familie im Ausland in Sicherheit zu bringen. 1994/95 war die Familie zu Gast im Heinrich-Böll-Haus in Düren, ab 1998 hatte Skif ein Stipendium der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, von Juli 1999 bis Dezember 2005 lebte er mit einem Stipendium des Writers-in-Exile-Programms des P.E.N.-Zentrums Deutschland und blieb auch nach Ablauf dieser Zeit als freier Schriftsteller und Journalist in Hamburg. Am 18. März 2011 starb Hamid Skif an einem Lungentumor.

Werke
Poèmes d'El-Asnam et d'autres lieux (Gedichte aus El-Asnam und anderen Orten), Oran 1982, Algier 1986
Nouvelles de la maison du silence (Nachrichten aus dem Haus des Schweigens, Prosa), Oran 1984, Algier 1986
Poèmes de l'adieu, Gedichte, Marseille 199
7
La Princesse et le Clown, Roman, Paris 1999
Citrouille fêlée dit Amar fils de mulet (dt. Hure mit Krawatte. Erzählungen aus Algerien Köln 2004)
Monsieur le président (dt. Sehr geehrter Herr Präsident. Köln 2003), Briefroman
La géographie du danger, Roman. Paris 2006 (dt. Geografie der Angst, Hamburg 2007
Les Exilés du matin suivis de Lettres d’absence, Algier 2006 (dt. Exile der Frühe/Briefe eines Abwesenden, Heidelberg 2005).

Auszeichnungen
2003 – Chevalier des Palmes Académiques
2005 – Preis Literatur im Exil der Stadt Heidelberg
2007 – Prix de l'association des écrivains de langue française
2007 – Prix du Roman Francophone


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Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

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