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25.10.2013 20 Uhr Lichtburgforum


Zhou Qing (China)

Zhou Qing spricht über Menschenrechte und Meinungsfreiheit in China und zeigt Videomaterial von seiner kürzlichen illegalen Reise in sein Heimatland.

Zhou Qing ist nach seinem Auftritt im Januar 2011 schon zum zweiten Mal im SALON EXIL zu Gast. Damals erzählte er von seinen Erfahrungen als Häftling, dessen Aufgabe es war, zum Tode verurteilen Mitgefangene auf die Urteilsvollstreckung vorzubereiten. Das beschreibt er auch in seinem bewegenden Bericht mit dem Titel Unter lebenden Toten in der Anthologie Fremde Heimat. Texte aus dem Exil, die wir bei dieser Gelegenheit vorstellen wollen. Diesmal wird er über die aktuelle Situation in seiner Heimat berichten, speziell im Hinblick auf die Menschenrechte und der Freiheit des Wortes.
Der Literaturwissenschaftlier, Volkskundler, Experte für Oral History und Journalist Zhou Qing, geboren 1965 in Xi’an in der Provinz Shaanxi, wurde im Juni 1989 nach dem Tiananmen-Massaker festgenommen, weil er zu den protestierenden Studenten gehörte, und zu zwei Jahren Haft verurteilt. Da er sich der „Umerziehung“ verweigerte und sogar einen Fluchtversuch wagte, kamen noch einmal acht Monate hinzu, sodass er fast drei Jahre in Gefängnissen und Arbeitslagern verbrachte.

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Am 25. Oktober 2013 im Rahmen dieser Veranstaltung
Lichtburgforum mit PEN-Zentrum Deutschland und Literaturfestival Berlin:
WORLDWIDE READING FÜR MICHAIL CHODORKOWSKI
Durch Teilnahme an der vom Literaturfestival Berlin initiierten Worldwide Reading solidarisiert sich der SALON EXIL mit Michail Chodorkowski.
Der ehemalige Leiter des Ölkonzerns Jukos und sein Geschäftspartner Platon Lebedew wurden in zwei dubiosen Verfahren zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Seit 2011 sind sie von Amnesty International als politische Gefangene anerkannt. Die Bedeutung des Falls reicht über das persönliche Schicksal der beiden Männer hinaus. Ihre Inhaftierung 2003 steht exemplarisch für das Vorgehen des Putin-Regimes gegen Andersdenkende, für die Verletzung elementarer und universaler Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, der russischen Verfassung und der Menschenrechte.
Sie hören Texte aus seinen während der Haft verfassten und in viele Sprachen übersetzten Büchern.
Es liest SERGEJ GLADKICH.

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Als kritischer Schriftsteller, Dokumentarist und investigativer Journalist beschäftigt sich Zhou Qing mit den Auswirkungen der demokratiefeindlichen, turbokapitalistischen Politik der Kommunistischen Partei Chinas auf die Bevölkerung und packt dabei immer wieder heiße Eisen wie Korruption, Filz und Lebensmittelskandale an. 2006 erschien in Hong Kong sein Buch What Kind of God – China Food Safety. Das Buch wurde zum Bestseller. Für die Reportage, auf der es basiert, wurde Zhou Qing 2006 mit dem Lettre Ulysses Award for the Art of Reportage geehrt und erhielt dafür auch zahlreiche weitere Preise und ist ein im In- und Ausland anerkannter Autor und Wissenschaftler. Die Staatsmacht war von seinen vielfältigen Aktivitäten und systemkritischen Publikationen wenig erbaut. Er wurde wiederholt von der Geheimpolizei vorgeladen und war mehr als einmal Opfer brutaler Polizeigewalt. 2009 entzog er sich einer drohenden erneuten Verhaftung und suchte Zuflucht in Deutschland, wo er drei Jahre Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms des PEN-Zentrums Deutschland war. Inzwischen lebt er als freier Journalist und Schriftsteller in Berlin.
Zhou Qing zeigt Teile seines Materials für einen geplanten Dokumentarfilm über die sogenannte Rowdy-Bande, eine Gruppe von Dichtern und Künstlern, die 1983 in seiner Heimatstadt Xi’an als angebliche Hooligans verhaftet wurden. Zwei ihrer Mitglieder, ein Fotograf und eine Tänzerin, wurden dabei erschossen, andere, darunter der bekannte Schriftsteller und Drehbuchautor Lu Wei, wurden zu Gefängnisstrafen verhaftet. In diesem Jahr jährt sich dieses Ereignis zum 30. Mal, ohne dass das offizielle China davon Notiz nehmen würde. Aus diesem Grund plant Zhou Qing aus den insgesamt 47 Stunden Videomaterial, die er von seiner heimlichen Reise mitgebracht hat, einen Dokumentarfilm zu machen und außerdem ein Buch über die Gruppe zu schreiben.

Moderation: CHRISTA SCHUENKE
literarische Übersetzerin
ehemalige Vizepräsidentin und
Writers-in-Exile-Beauftragte des PEN-Zentrums Deutschland
Dolmetscher: FANG YU



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Steffi Böttger kommt aus Leipzig und ist nicht nur als freie Schauspielerin und Sprecherin tätig, die im Tonstudio der Deutschen Zentralbibliothek zu Leipzig über 150 Hörbücher aufgesprochen und Lesungen mit zahlreichen international bekannten Autoren gehalten hat, sondern sie ist überdies Theaterautorin, Publizistin und hat ...
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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
im Lichtburgforum statt.

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