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22.11.2013 20 Uhr Lichtburgforum


Adam Guzuev (Tschetschenien)

Dokumentarist, Szenarist und Schriftsteller - in Lesung und Gespräch

Am 30. Oktober 2010 traf Adam Guzuev mit nichts als dem, was er am Leibe hatte, und einer schmalen Aktentasche, in der sich ein paar Manuskripte befanden, in Berlin ein. Da hatte er bereits seit Monaten im Untergrund gelebt. Er hatte es gewagt, in seinen Dokumentarfilmen über Kriegsverbrechen während des Tschetschenienkonflikts zu berichten, und war deshalb mit der von Russlands Gnaden regierenden Führung seines Landes in Konflikt geraten. Verfolgung und Berufsverbot waren die Folge. Seit November 2010 lebt er als Stipendiat des PEN in Berlin.
Inzwischen hat er in Berlin Kontakte geknüpft, lernt Deutsch, war Hospitant im Berliner Ensemble, ist mit Menschen aus der Filmbranche sowie mit Hörspielautoren im Gespräch und hat durch den PEN, dessen Gast er noch bis Ende dieses Jahres sein wird, auch ein wenig mehr von Deutschland kennengelernt, wo er wohl bis auf Weiteres – vielleicht sogar für immer – leben wird.
Adam Guzuev wurde 1970 in Tschetschenien in eine landesweit bekannte Theaterfamilie hineingeboren. Sein Onkel, der im Tschetschenienkrieg bei einem Feuergefecht getötet wurde, war Vorsitzender des tschetschenischen Rundfunkkomitees. Er selbst arbeitete nach seinem Philologiestudium als Bühnenbildner und Regisseur am Staatstheater Grosny, für das er auch Stücke schrieb, war als Drehbuchautor beim staatlichen Fernsehen seines Landes tätig und drehte Dokumentarfilme. Seine Gedichte wurden in tschetschenischen Literaturzeitschriften veröffentlicht. Auch hier im Exil schreibt er Szenarien, Prosatexte und Gedichte und ist mit zwei seiner Arbeiten in der neuen Writers-in-Exile-Anthologie des PEN vertreten, die kürzlich im Berliner Verlag Mattes & Seitz erschienen ist. Zur Zeit arbeitet er an einem eigenen Filmprojekt.

Moderation: CHRISTA SCHUENKE
literarische Übersetzerin, ehemals Vizepräsidentin und
Writers-in-Exile-Beauftragte des PEN-Zentrums Deutschland


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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
im Lichtburgforum statt.

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