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23.05.2014 20 Uhr Lichtburgforum


Achim Engelberg (Berlin)

Historiker und Publizist

in Lesung und Gespräch

Dort, wo bis 1970 das Kino Lichtburg stand – seinerzeit eines der größten Lichtspielhäuser Deutschlands –, befindet sich heute das Lichtburgforum, die Heimat des SALON EXIL. Genau an dieser Stelle, vor dem 1923 errichteten imponierenden Kinobau des Architekten Rudolf Fränkel, wurde vor 80 Jahren, am 26. Februar 1934, ein junger Mann namens Ernst Engelberg, damals Reichsleiter der Kommunistischen Studentenfraktion im Roten Studentenbund, festgenommen, zum Sitz der Gestapo gebracht und schwer misshandelt. In seinen autobiographischen Notizen schreibt Ernst Engelberg: „Das Verhör, in dem man mich nach einem fragte, der Alfred hieß, war schon aufregend für mich, denn Alfred war mein Deckname. (…) Diesen also suchte man und wusste nicht, dass man ihn schon hatte.“ Ernst Engelberg hatte Glück im Unglück. Er kam für eineinhalb Jahre ins Zuchthaus. Hätten die Nazis herausgefunden, dass er der gesuchte Alfred war, wäre er ins KZ gekommen, und ob er das überlebt hätte, ist mehr als fraglich. Nach der Haftentlassung flieht Ernst Engelberg zunächst in die Schweiz und dann in die Türkei. Ernst Engelberg lebte von 1909 bis 2010 und zählt nicht nur zu den bedeutendsten deutschen Historikern des 20. Jahrhunderts, sondern war im wahrsten Sinne des Wortes ein Jahrhunderthistoriker.
Würde Ernst Engelberg noch leben, dann könnte er uns von seinen Erfahrungen in zwei Exilländern und sechs verschiedenen Epochen deutscher Geschichte erzählen. Stattdessen ist sein 1965 geborener Sohn Achim Engelberg im SALON EXIL zu Gast. Als Journalist und Publizist bereist Achim Engelberg Europa, veröffentlicht eigene Sachbücher und schreibt regelmäßig u. a. für die Neue Zürcher Zeitung und den Freitag, und als Historiker wertet er den in der Staatsbibliothek zu Berlin liegenden Nachlass seines Vaters aus. In dieser Eigenschaft publizierte Achim Engelberg teils als Herausgeber, teils als Mitautor oder Bearbeiter mehrere Bücher seines Vaters:

Die Deutschen. Woher wir kommen, Berlin 2009;
Die Bismarcks. Eine preußische Familiensaga vom Mittelalter bis heute, München 2010;
Wie bewegt sich, was uns bewegt? Evolution und Revolution der Weltgeschichte, Stuttgart 2013;

Im Herbst 2014 erscheint, bearbeitet und herausgegeben von Achim Engelberg, der Band Bismarck. Sturm über Europa. Weitere Titel sind geplant.
Über Leben und Werk seines Vaters und über dessen Erfahrungen im Exil, aber auch über die erstaunliche Bandbreite seines eigenen Schaffens redet Achim Engelberg im SALON EXIL.

Moderation: CHRISTA SCHUENKE
literarische Übersetzerin,
ehemals Vizepräsidentin und
Writers-in-Exile-Beauftragte des
PEN-Zentrums Deutschland

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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

Lichtburgforum

Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

Die Veranstaltungen des SALON EXIL
finden in der Regel sechs Mal jährlich
im Lichtburgforum statt.

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