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20.06.2014 20 Uhr Lichtburgforum


Claudia Anthony (Sierra Leone)

Schriftstellerin und Journalistin

in Lesung und Gespräch

Claudia Ainajugor Anthony wurde am 3. November 1963 in Freetown, Sierra Leone, geboren. Von 1988-1995 studierte sie Philologie an der Staatlichen Universität Woronesh und anschließend Völkerrecht in Kiew am Ukrainischen Institut für Internationale Beziehungen. Obwohl in ihrer Heimat Sierra Leone seit 1991 ein blutiger Bürgerkrieg tobte, kehrte sie 1995 dorthin zurück und arbeitete als Redakteurin und investigative Journalistin sowie ab 1998 als freie Korrespondentin des BBC Network Africa.

Als sie Verbrechen von Mitgliedern des Obersten Rates des AFRC (Armed Forces Revolutionary Council) nachwies und im Dezember 1998 einen Bericht über ein geplantes Massaker durch die Rebellen veröffentlichte, warf man ihr vor, sich als Journalistin verantwortungslos zu verhalten, und unterstellte ihr überdies, die Sicherheit des Staates untergraben zu wollen. Am 31. Dezember 1998 brannten Rebellen das Wohnhaus ihrer Familie in Waterloo, Sierra Leone, nieder. Von da an waren sie selbst, ihre zwei Kinder und ihre Mutter Vertriebene im eigenen Land. Am 7. Januar 1999 legten bewaffnete Männer und Jugendliche das Redaktionsgebäude der von ihr gegründeten Zeitung Tribune of the People, deren geschäftsführende Herausgeberin sie war, in Schutt und Asche.

Noch im November 1999 gründete Claudia Anthony die Alliance for Female Journalists, eine Organisation, die sich für die Belange der wenigen Journalistinnen in Sierra Leone einsetzte. 2000 wurde sie mit dem Human Rights Watch Hellmann-Hammett Journalism Grant ausgezeichnet. Im Sommer 2000 kam sie als Gast der Rosa Luxemburg Stiftung nach Berlin, wo sie ab September desselben Jahres bis Dezember 2005 als Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des PEN lebte. In dieser Zeit absolvierte sie ein Master-Studium für Intercultural Conflict Management. 2006 kehrte Claudia Anthony nach Sierra Leone zurück, wo sie zunächst als Programmkoordinatorin des United Nations Radio arbeitete. 2010 wurde sie als leitende Radioproduzentin für die BBC in Sierra Leone mit der Gestaltung der Berichterstattung zum Prozess gegen den ehemaligen liberianischen Präsidenten Charles Taylor betraut. Im selben Jahr wurde sie zunächst zur Chefin der Redaktion Aktuelle Nachrichten und wenig später zur Leiterin des BBC Radioprogramms von Sierra Leone berufen.

Im SALON EXIL spricht Claudia Anthony über ihre Erfahrungen im Berliner Exil, über ihre Arbeit als engagierte Journalistin in Sierra Leone und darüber, wie ihr Heimatland die Folgen des Bürgerkriegs überwunden hat.

Moderation: CHRISTA SCHUENKE
literarische Übersetzerin, ehemals Vizepräsidentin und
Writers-in-Exile-Beauftragte des PEN-Zentrums Deutschland

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Donnerstag, 22.01.2015 > 20 Uhr

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Foto: Matthes&Seitz

Einige unserer Autoren sind oder waren Stipendiaten im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland. Texte von ihnen finden Sie in dem Band

Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

Hrsg. von Christa Schuenke und Brigitte Struzyk
Matthes & Seitz Berlin 2013
Preis: € 24,90 (D)

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